Scratches – Chillen im Spukhaus

The Last Visit

The Last Visit: Das zerstörte FoyerEinen kurzen spielbaren Epilog bildet das im Directors Cut enthaltene Kapitel The Last Visit, in dem ein Reporter zehn Jahre nach den Ereignissen des Spiels das Anwesen erneut auf der Suche nach einer Klärung des Geheimnisses besucht. Inzwischen ist das Haus geplündert und von Vandalen zum Teil zerstört worden. Es befinden sich Graffitis an den Wänden, die Gemälde wurden endlich wieder den Museen übereignet (oder gestohlen) und Teile des Hauses und des Gartens sind eingestürzt oder geflutet. Es macht Spaß in das verwüstete Haus zurückzukehren, bekannte und jetzt defekte Gegenstände wiederzuentdecken, begleitet von der Sprachausgabe des Reporters, die im Hauptspiel noch fehlte. Die Unvoreingenommenheit des Reporters ist erfrischend und witzig. Erneut baut sich im Kopfkino eine große Spannung auf, die von den Designern wiederholt gekonnt torpediert wird. Aber das kennt man ja bereits. Dennoch bietet die Episode eine gelungene Ergänzung des Hauptspiels.

Fazit

Scratches, das als kleines Independentprojekt seinen Anfang nahm, hat sich zu einem erwachsenen Adventure entwickelt. Die Technik und das Setdesign sind gelungen, das Erforschen des Hauses macht Spaß. Am Herausragendsten ist jedoch die durch subtile Soundeffekte unterstützte, gruselige Atmosphäre des Spiels, die sich kaum in vergleichbaren Spielen finden lässt. Scratches zeigt deutlich, dass Spannung auch ohne Einsatz von expliziten Gewaltszenen erzeugt werden kann. Das Gameplay weißt hingegen einige Mängel auf. Die Inventarnutzung ist umständlich, Hotspot-Beschreibungen fehlen. Insbesondere der Umstand, dass das Gameplay von der Narration diktiert wird ist ungewöhnlich und angesichts der Tatsache das es sich um keine sonderlich progressive Geschichte handelt, eine schlechte Entscheidung. Wer jedoch ein paar angenehm schaurige Stunden erleben will, frustresistent ist oder bereit ist Walktroughs zu verwenden, dem kann man Scratches ohne Weiteres empfehlen.

Screenshots: © Scratches: Directors Cut, Got Game Entertainment 2007

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