LucasArts – Abschied von einer Legende

LucasArts und Star Wars

Natürlich denkt der geneigte Spieler bei LucasArts neben Adventures vorrangig an Star Wars Spiele. LucasArts hielt zunächst einen verordneten Abstand zu Franchises von Lucasfilm und begann recht spät, nämlich erst Anfang der 90er Jahre, Star Wars Spiele zu entwickeln.
Rebel Assault leistete 1993 zusammen mit Myst einen großen Beitrag zur Verbreitung von CD-ROM Laufwerken. Das Spiel fungierte Aufgrund seiner visuellen Opulenz als „System Seller“ für die neue Hardware und bescherte LucasArts glänzende Absatzzahlen. Rebel Assault war im Grunde genommen ein aus originalen Star Wars Filmsequenzen und gerenderten Szenen bestehender Railshooter, in dem in einer laufenden Videosequenz Flüge und Kämpfe durch Canyons, Asteroidenfelder und über die Oberfläche des Todessterns nachgespielt werden konnten. Heutzutage überrascht der Erfolg des Spiels bei Betrachtung seiner spielerischen Limitationen, jedoch ist sein historischer Einfluss nicht abstreitbar. Der Nachfolger Rebel Assault II (1996) bot sogar das erste neu gedrehte Star Wars Footage seit dem letzten Teil der ursprünglichen Trilogie (Star Wars Episode 6:Return of the Jedi, 1983). Neues Star Wars Filmmaterial mit Realschauspielern fand sich auch im Ego Shooter Jedi Knight (1997) und somit erneut exklusiv in einem Computerspiel.

Star Wars war auch weiterhin ein omnipräsenter Begleiter von LucasArts. Es entstanden Weltraum Flugsimulationen wie X-Wing (1993) und Tie Fighter (1995) sowie eine Vielzahl von Star Wars Shootern wie Dark Forces (1995), Jedi Knight (1997), Shadows of the Empire (1996) und The Force Unleashed (2008). Bis zur Auflösung des Studios blieben Shooter das Kerngeschäftsfeld. Das groß angekündigte, aber mit der Disney Übernahme auf Eis gelegte Star Wars 1313 bildete den Abschluss.

Das LucasArts Logo aus Indiana Jones and the Fate of Atlantis (1992)Die Liste der Erfolge von LucasArts ist beeindruckend lang, die häufigen Neuausrichtungen des Unternehmens im neuen Jahrtausend sowie die durch- wachsene Qualität der neueren Spiele hat jedoch Makel am glänzenden Image des Unternehmens hinterlassen. Bei immer mehr Spielen fungierte LucasArts nur als Publisher für die an andere Studios vergebenen Auftragsarbeiten. So entstanden immer weniger reine Eigenproduktionen. Eigene interessante Großprojekte wie ein Indiana Jones Action Adventure mit einer innovativen Animations- und Zerstörungsengine (angekündigt 2005) wurden eingestellt.

Schon seit längerer Zeit fieberten Spieler nicht mehr im selben Maß einer Neuerscheinung des Studios entgegen wie es noch in den 90er Jahren der Fall war. Eine Vielzahl der Reaktionen auf die Schließung des Studios fielen daher überraschend nüchtern aus. Das Ende des Unternehmens stellt für viele Spieler, abgesehen von sentimentalen Jugenderinnerungen an die Spiele von LucasArts, keinen großen Verlust dar.

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