LucasArts – Abschied von einer Legende

Die Lucas Adventures
Das Genre des Point & Click Adventures katapultierte LucasArts in die Liga der weltberühmten Spieleschmieden. 1987 erschien das mit der SCUMM Engine (SCUMM: Script Creation Utility for Maniac Manison) entwickelte Maniac Manison. Die SCUMM Engine ermöglichte die verbenbasierende Point & Click Bedienung von Adventurespielen. Das Prinzip existierte bereits zuvor, erlangte aber erst mit SCUMM große Verbreitung. Die einfache visuelle Steuerung war dem damals noch weit verbreiteten Textparser um Längen voraus. Zudem setzte das Studio Akzente mit seinem unnachahmlichen Humor, der ein Markenzeichen der LucasArts Spiele werden sollte. Maniac Manison läutete das goldene Zeitalter der Adventures ein, das bis Mitte der 1990er Jahre anhielt. Nahezu jeder neue Release entwickelte sich zum Klassiker der Spielegeschichte:
The Secret of Monkey Island (1990) wurde zu einem überwältigenden Erfolg. Das Piratenadventure erhielt drei erfolgreiche Sequels. Weitere LucasArts Adventure-Hits waren Zak Mc Cracken and the Alien Mindbenders (1988), Loom (1990), Sam & Max (1993), der Maniac Manison Nachfolger Day of the Tentacle und Full Throttle (1995).

Das Lucasfilm Games Logo aus Indiana Jones and the Last Crusade (1989) 1989 erschien die Filmumsetzung zum dritten Indiana Jones Film Indiana Jones and the Last Crusade, ein Adventure das sich einer Filmlizenz aus dem Lucas Imperium bediente und viele gelungene Verknüpfungspunkte zum gleichnamigen Filmabenteuer bot. Der Nachfolger Indiana Jones and the Fate of Atlantis (1992) gilt bis heute als eines der besten Adventures aller Zeiten und zeigt deutlich das Spiele ein dem Film ebenbürtiges narratives Medium sein können. Neben dem gelungenen Timing und dem Dialogwitz weist die gesamte Mittelpassage des Spiels sogar alternative Handlungsstränge auf. Der Geist der Filmvorlage wird pointiert eingefangen und die Geschichte überflügelt, nach Ansicht vieler Fans, die des offiziellen vierten Indiana Jones Filmes (2008) bei Weiten.

The Dig (1995) bot durch seinen kommerziellen Mißerfolg die ersten Vorzeichen für den Niedergang des Adventure Genres. Das erwachsene Adventure benötigte sechs Jahre von der ersten Planung bis zum Release.  Das Spiel hatte starke Bezüge zur Filmindustrie: Während die Spezialeffekte der Zwischensequenzen von ILM produziert wurden zeichnete sich Steven Spielberg für den Storyentwurf verantwortlich. Ursprünglich sollte The Dig zu einer Episode seiner Fernsehserie Amazing Stories werden.

Das Ende der LucasArts Point & Click Adventures wurde durch Tim Schaffers ambitioniertes Grim Fandango (1998) eingeläutet. Nach seinem kommerziellen Mißerfolg stellte LucasArts die Produktion neuer Adventures, mit Ausnahme eines vierten Monkey Island Teils, ein. Die Spielekultur hatte sich gewandelt und Adventures waren inzwischen kein Produkt für den Massenmarkt mehr. Es folgte war der Fortgang der „legendären“ und innovativen LucasArts Adventure- Entwickler wie Ron Gilbert, Tim Schaffer und Hal Barwood.

Dieser Beitrag wurde unter Games, Media veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen