Clive Barker’s Undying – Der untote Shooter

Eine schrecklich nette Familie: Die Covenants

Eine schrecklich nette Familie: Die Covenants

Clive Barker’s Undying zählt zu den atmosphärischsten und gruseligsten Shootern aller Zeiten, leider fristet er auch ein untotes Dasein in der Spielegeschichte. Trotz prominenten Namens, Clive Barker zählt zu den populärsten Horrorschriftstellern der Gegenwart, und einer begeisterten Presse blieben die Verkäufe weit unter den Erwartungen. Eine Playstation 2 Konvertierung wurde eingestellt, die Idee eines Nachfolgers auf Eis gelegt.

Clive Barker zählt neben Michael Crichton zu den wenigen Schriftstellern die zur Verfilmung ihrer eigenen Romane auf dem Regiestuhl Platz genommen haben. Barker schuf 1987 mit Hellraiser einen der ikonischsten Horrorfilme der 80er Jahre. Er überwandt sogar noch eine weitere mediale Schwelle indem er in den 2000er Jahren an zwei Spieleproduktionen mitwirkte, Undying (2001) und Jericho (2007), die beide werbewirksam seinen Namen im Titel trugen. Es handelt sich in beiden Fällen um Horrorshooter mit mythischen Gegnern.

Barker wurde,  während sich das Spiel bereits einige Zeit bei Dreamworks Interactive in Produktion befand, für die Story und das Charakterdesign engagiert. Er entwarf für das Spiel einen neuen Hauptcharakter, der nahbarer und emphatischer war als der ursprüngliche Protagonist. Es lässt sich nicht genau sagen wie groß letztendlich Barkers Anteil an der Produktion war, jedoch bleibt sein Einfluss während des Spiels stets spürbar. Insbesondere tritt seine Fabile für die klassische Horrorliteratur von Edgar Allan Poe und H.P. Lovecraft hervor.

Auf dem Weg zum Mausoleum Szene aus dem Intro  Tagebucheinträge erzählen die Geschichte Ein nächtliches Kloster

Story

Patrick Galloway, Protagonist des Spiels sowie Abenteurer und Kenner des Okulten, wird 1923 von seinem alten Freund und Kriegskameraden, Jerimiah Covenant, gebeten, ihn auf seinem Anwesen in Irland aufzusuchen. Der todkranke Jerimiah benötigt dringend seine Hilfe. Jerimiah erzählt Galloway von seinen vier Geschwistern und von ihrer Veränderung nach seiner Rückkehr aus dem Krieg. Inzwischen sind alle vier verstorben. Jedoch behaupten die Angestellten, an verschiedenen Orten ihre Geister gesehen zu haben. Die vier Geschwister Lisbeth, Aaron, Bethany und Ambrose sind nicht so tot wie sie zu sein scheinen. Das muss Patrick Galloway schon nach kurzer Zeit feststellen, wenn die Geschwister ihm finstere Kreaturen auf den Leib hetzen.

Die Introsequenz findet in Spielgrafik statt und zeigt die Überfahrt Galloways zum Anwesen der Covenant. Interessant ist der Einsatz der 3D Engine in einer Rückblende die Erlebnisse im 1. Weltkrieg darstellt. Scherenschnittartig bewegen sich die Konturen der Soldaten vor einem bedrohlich roten Himmel. Das Spiel beginnt im Innenhof des Covenant Anwesens der nichts Gutes verheißt. Unheilschwangere Wolken hängen über den düsteren Fassaden, Blitze erhellen den Himmel. Eine Bedienstete geleitet uns durch die spärlich beleuchteten, holzvertäfelten Hallen in das Zimmer des sterbenskranken Jerimiah. Schon auf dem Weg zu seinem Zimmer begegnet uns das Übernatürliche in Gestalt des Geistes von Aaron. Nach dem Gespräch mit Jerimiah ist es Zeit mit der Investigation auf dem Anwesen zu beginnen.

Ein grausiges Heulen ertönt, wir steigen in die Eingangshalle hinab und begegnen agilen werwolfartigen Geschöpfen, Howler genannt, die uns nach dem Leben trachten. Wie gut das wir einen Revolver bei uns tragen den wir jetzt dringend benötigen. Munition ist knapp, der Tod kommt schnell. Die beängstigenden Geschöpfe lauern uns auf und springen und in weiten Sätzen an. Der Screen wird bei Treffern erschüttert und mit Spuren unseres Blutes übersäht. Die Bedrohung wirkt eindringlich: Undying setzt gezielt auf eine Einbindung der Körperlichkeit des Protagonisten. So kommt es oft zu desorientierenden Sichtbeeinträchtigungen durch Attacken der Gegner.

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